Die devotio moderna und Geert Groote

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Geert Groote, Begründer
der devotio moderna
Die Brüder vom gemeinsamen Leben, Ordenskürzel CRVC (Canonici Regulares Sancti Augustini Fratrum a Vita Communi) hießen ursprünglich auf niederländisch: Broeders des gemeenen levens. Sie entstanden am Ende des 14. Jahrhunderts.
Zunächst bildetet die Gemeinschaft eine religiöse Gruppe, die sich um Geert Groote sammelte. Die Mitglieder legten keine Mönchsgelübde ab, schlossen sich aber in kleinen klösterlichen Gemeinschaften (Kloster Windheim bei Zwolle) oder sogenannten Brüderhäusern zusammen.
Sie predigten eine zeitgemäße Frömmigkeit (devotio moderna) und galten als die wichtigsten Vertreter der Devotion moderna.
Sie hatten bis zur Reformation einen großen Einfluss auf das Geistesleben in den Niederlanden und Nordwestdeutschland.
Diesen bekamen sie u.a. durch ihre umfangreiche Buchherstellung, mit der sie auch einen Teil ihren Lebensunterhalt bestritten.
Sie trugen dabei zunächst zur Verbreitung von Handschriften bei, die sie in großer Zahl kopierten, um dann sehr früh auch den Buchdruck zu nutzen. 1468 richteten sie im Kloster Marienthal in Geisenheim die erste Klosterdruckerei überhaupt ein.
Ein bedeutender Bruder vom gemeinsamen Leben war der Theologe Thomas von Kempen. Gabriel Biel, der Domprediger von Mainz und spätere Rektor der Universität Tübingen, war Vorsteher des Brüderhauses in Butzbach.
Im Laufe der Reformation und endgültig dann im 17. Jahrhundert starben diese Gemeinschaften aus.
Sie wurden als "Brüder vom Gemeinsamen Leben" im Jahre 1975 und "Schwestern vom Gemeinsamen Leben" im Jahre 1976 in Maria Bronnen wiederbelebt.
